Lesekreis

Die Linke.SDS Freiburg veranstaltet in den Semesterferien einen offenen Lesekreis. Wir lesen und diskutieren gemeinsam kürzere Texte verschiedenster linker Tradition: Klassiker der ArbeiterInnenbewegung, Kritische Theorie, aktuellere (neo)marxistische Texte..

Termine und Texte

Emanuel Kapfinger / Thomas Sablowski: Bildung und Wissenschaft im Kapitalismus
(Aus der Frankfurter Broschüre Hochschule im Neoliberalismus)
Mittwoch 16.​03.​ | 20:00 Uhr | u-asta Haus, 3. Stock im SDS-Raum Freiburg

„Freie Bildung!“ das haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Protestbewegungen wie der Bildungsstreik gefordert. Gemeint ist damit nicht nur die Forderung nach der Abschaffung aller Bildungsgebühren, sondern auch eine generelle Kritik an der immer mehr zunehmenden Ökonomisierung von Bildung und Wissenschaft. Diese Kritik bleibt in ihrer Forderung nach Unabhängigkeit und Freiheit leider allzuoft schwammig und knüpft eher an bildungsbürgerliche Ideale und den philosophischen Idealismus des 19. Jahrhunderts an, statt eine emanzipatorische Perspektive zu bieten. Emanuel Kapfinger und Thomas Sablowski geht es sowohl um die Kritik der Verhältnisse an den Hochschulen als auch um die Kritik an idealistischen Alternativvorstellungen: Die Emanzipazion der Bildung ist nicht getrennt von der Emanzipation der Gesellschaft zu denken.

Auf vergangenen Treffen haben wir bereits gelesen:

John Holloway: Aufhören den Kapitalismus zu machen

Holloway beschäftigt sich mit dem „Dilemma der dringlichen Unmöglichkeit der Revolution“: „Wie können wir in einer Gesellschaft leben, die auf Entmenschlichung basiert? Und wie ist es möglich eine Gesellschaft zu ändern, in der die Menschen so entmenschlicht sind?“
Ist unter den Bedingungen moderner kapitalistischer Produktionsweise eine Revolution überhaupt noch möglich, oder ist der Fetischismus bereits soweit fortgeschritten, dass ein Umsturz unmöglich scheint? Holloway versucht eine Kritik an den Antworten, die verschiedenste marxistische Traditionen darauf gegeben haben: Sie liefen in die Gefahr die kapitalistische Gesellschaft in ihrem Fetischismus zu objektivieren. Er verweigert sich sowohl Kulturpessimismus wie Avantgarde-Theorien und fordert konkret: Wir müssen Aufhören den Kapitalismus zu machen.